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Blogged in German:

Leonie Cornips ist Forscherin in Veränderung der Sprache am Meertens Institute in Amsterdam und Professorin der Sprachenkultur an der Maastrichter Universität. Sie ist spezialisiert in die Veränderung der holländischen Sprache und erforscht dafür hauptsächlich, wie an den lokalen Schulen Holländisch gelehrt wird und wie die Bevölkerung verschiedener Regionen ihre Identität durch Variationen in ihrer Sprache erlangt.

Cornips wurde im südlichen Teil der Niederlande geboren. Als sie später in Amsterdam studierte und ihren Passport verlor, wurde sie gefragt länger in der Polizeistation zu bleiben, da die Offiziere durch ihren Dialekt dachten, sie käme aus einem anderen Land. Das hat Cornips zu denken gegeben.

Den Schüler in den Niederlanden wird beigebracht, ausschließlich Niederländisch und Englisch zu sprechen. Aber, wie kann das sein? Dass wir so an unsere Sprache hängen und unseren Kinder verbieten andere Sprachen zu lernen. Warum wird es regelrecht als Bedrohung angesehen, mehreren Sprachen zu sprechen?

Leonie Cornips glaubt die Antwort in unserem Verhalten in der Geschichte zu finden. Jedes Mal wenn Grenzen zwischen Ländern in der Geschichte gezogen wurden, war die Bedingung für die Gründung eines neuen Landes, eine Sprache, eine Kultur, eine Flagge zu haben. Um Menschen zusammen zu bringen, brauchten wir etwas was diese Menschen zusammenhält, etwas mit gemeinsamer Einzigartigkeit. Dies war und ist unter anderem eben die Sprache.

Dieses Konzept der Einzigartigkeit mag das Ideal sein, dass uns dazu verführt, unseren Kindern nur unsere Sprache beizubringen. Um in die Gemeinschaft hineinzupassen brauchen wir eine nationale Identität, die unter anderem aus einer einzigen gemeinsamen Sprache geformt wird.

Dafür müssen wir allerdings einige Dinge vernachlässigen. Wenn wir Leute treffen, die anders als wir sprechen, verbinden wir sie oft mit anderen Regionen und denken von ihnen als “die anderen“. Außerdem ignorieren wir mobile Menschen, Menschen die viel umziehen, das Land verlassen und nicht mehr nur an einem einzigen Ort leben. Diese Personen passen für uns automatisch nicht in unser Ideal.

Allerdings, da sich unsere Welt durch Globalisierung verändert, sollten wir dieses Ideal aus unserer Gesellschaft desintegrieren und eine Alternative finden. „Languaging“ ist Teil dieser Alternative und besteht aus drei großen Teilen.

Es ist erstens der Glaube daran, dass Sprache nicht zu einer Nation, sondern zu jedem Individuum gehört. Wir können es durch Languaging zweitens schätzen, bilingual aufzuwachsen und nicht an einer einzigen Sprache festhalten zu müssen. Drittens, würde es nicht länger mehr komisch sein, dass die Bevölkerung mehrere  Sprachen spricht und dass Sprache individuell variiert.

Das Ziel, das von Leonie Cornips beschrieben wurde, ist es, eine Welt zu erreichen, in der sich niemand fehl am Platz fühlt mussen, nur wegen seiner anderen Art des Sprechens.